Delegiertenversammlung der SOG wählt neuen Präsidenten

An der Delegiertenversammlung der Schweizerischen Offiziersgesellschaft wählten die Delegierten einen neuen Präsidenten und stimmten allen Anträgen des Vorstandes zu. Im Fokus der Grussbotschaften standen die aktuellen Herausforderungen der Armee.

Während der letzten fünf Jahre wurden die Geschicke der Schweizer Offiziersgesellschaft (SOG) durch Oberst im Generalstab Stefan Holenstein gelenkt. Am 28. August hat nun die Delegiertenversammlung (DV) in Delémont den Thurgauer Oberst Dominik Knill klar als Nachfolger gewählt. Den Fokus in seiner neuen Funktion wolle er vorerst auf das Dienstpflichtmodell, die Alimentierung und die Beschaffung legen. «Die Armee und der Zivilschutz müssen prioritär alimentiert werden», erklärte er hinsichtlich möglicher Dienstleistungsmodelle. «Es wäre zudem eine Überlegung wert, den Zivilschutz und den Zivildienst in Form eines Katastrophenschutzes näher zusammen zu bringen», erklärte Knill nach seiner Wahl. Zudem steht er einem obligatorischen Orientierungstag für Frauen positiv gegenüber. Ein wichtiges Anliegen sei ihm ebenso, die SOG weiterhin als eine von der Armee und der Verwaltung unabhängige Organisation in die Zukunft zu führen.

«Sicherheit ist nicht gratis»

Die Wichtigkeit, welche die offiziellen Bundesstellen der SOG einräumen, liess sich in Delémont unschwer an der Gästeliste ablesen. Nebst nationalen und kantonalen Parlamentariern sowie Vertretern aus der Wirtschaft konnte Oberst im Generalstab Holenstein bei seinem letzten offiziellen Auftritt als Präsident unter anderen die Chefin VBS, Bundesrätin Viola Amherd, den Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli und den Chef Kommando Operationen, Korpskommandant Laurent Michaud, begrüssen.

«Sicherheit geht uns alle an», eröffnete Bundesrätin Amherd ihre Grussbotschaft, «es ist schön, in einem Land zu leben, in dem dies manchmal vergessen geht.» Denn die Sicherheit werde erst erkannt, wenn sie nicht mehr vorhanden sei. Es müsse der Politik und der Armee wieder gelingen, die Wichtigkeit von Sicherheit für das Wohl der Bevölkerung zu erklären. «Und Sicherheit ist nicht gratis», unterstrich sie. Auch ging die Chefin VBS auf den Typenentscheid des neuen Kampfflugzeuges ein. «Der F-35A ist für die Schweiz das beste und günstigste Flugzeug», dies habe die sorgfältige Evaluation klar gezeigt. Auch wenn der Fokus momentan auf der Luftwaffe liegt, dürften die anderen Bereiche der Armee nicht vergessen werden. «Wir müssen Chancen nutzen und uns an ein mögliches Einsatzumfeld und an neue Bedrohungen anpassen», führte sie weiter aus. Dabei erwähnte Bundesrätin Amherd das im Aufbau befindliche Cyberkommando. «Verzichte werden unvermeidlich sein», gab sie zu bedenken, «das Gesamtsystem Armee aber muss funktionieren und der Auftrag muss erfüllt werden können.»

Zusammen für gemeinsames Ziel

Es sei falsch zu denken, dass der Cyberraum die vorhandenen Gefahren ersetze, machte der Chef der Armee, Korpskommandant Süssli klar. Vielmehr erhöhe die Komponente Cyber deren Gefährlichkeit. Der oberste Militär gab zu bedenken, dass vielmals über kommenden Herausforderungen gesprochen werde und nur selten über das, was gut läuft. Er erwähnte den Einsatz in Genf zugunsten des Gipfeltreffens der Präsidenten Biden und Putin, für welches die Armee mit nur sehr wenig Vorbereitungszeit die Sicherheit garantieren konnte. Auch ging er auf die Katastrophenhilfe in Cressier (NE) und den Löscheinsatz in Griechenland mit Super Pumas der Schweizer Armee ein. «Wir drängen uns nicht auf, sind aber bereit, wenn es uns braucht», stellte er fest. Momentan gingen zu viele Dienstpflichtige verloren, darum sei die Diskussion über ein geeignetes Dienstleistungsmodell zentral. Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der SOG respektiere Korpskommandant Süssli die Unabhängigkeit. Wichtig sei jedoch, «dass wir ein gemeinsames Ziel haben und für eine gemeinsame Sache kämpfen.»